„Lass uns umkehren, wir haben ja noch das Auenland.” - „Es wird bald kein Auenland mehr geben.”

Divide et impera oder: Der Klassenkampf

Divide et impera, teile und herrsche, das wussten schon die Römer und sind damit anfangs ganz gut gefahren. Nach diesem Motto arbeitet aber auch unsere westliche Gesellschaft. Teile in links und rechts, in VFB-Fans und Anhänger von Bayern München, in Fleischesser und Veganer, es gibt sehr viele Möglichkeiten, das Volk zu teilen. Die da oben und die da unten, wenn es sein muss, auch wenn es Unruhe ins System bringt, die die da oben eigentlich nicht wollen.

Aber es geht noch besser: Nicht nur rechts und links innerhalb eines Staates, nein, auch innerhalb einer Gemeinde, egal wie groß oder klein sie ist, kann man so teilen. Dann kann man die Großfamilie teilen, jede Generation für sich. Individualismus ist die Errungenschaft der westlichen Welt. Mittlerweile sind wir, Greta sei Dank, sogar dabei, in Junge und Alte innerhalb einer Familie getrennt zu werden.

Wichtig ist dabei vor allem eins: Die Bevölkerung mit ihren kleinlichen Streitereien links oder rechts und so weiter so zu beschäftigen und abzulenken, dass sie keine Zeit haben, sich mit den wirklichen Problemen auseinander zu setzen.

Dabei ist der Mensch doch ein soziales Wesen. Alleine aus der biologischen Entwicklung heraus war ein einzelnes Individuum gar nicht in der Lage, alleine zu überleben. Man brauchte die Sippe, stand man doch am Anfang des Menschseins gar nicht ganz oben an der Spitze der Nahrungskette. Auch als wir es geschafft hatten, den aufrechten Gang zu etablieren, mussten wir uns in der Sippe irgendwie zurecht- und einfinden. Aber je mehr der Mensch vereinzelt wird, desto einfacher ist er zu beherrschen. Divide et impera.

Die östlichen Gesellschaften gehen den anderen Weg: Die Gemeinschaft ist alles, das Individuum ist nur dann etwas, wenn es für die Gemeinschaft nützlich ist. Aber auch das scheint mir nicht der goldene Weg zu sein, denn immerhin ist jeder Mensch so geschaffen, dass er eine Individualität besitzt, eigenes Denken und Handeln entwickeln kann, wenn er will und/oder darf.

Die gerade (und eigentlisch ständig) stattfindende Auseinandersetzung zwischen Ost und West um die Vorherrschaft in der Welt, der Handelskrieg zwischen den USA und China ist ein Teil davon, kann durchaus auch als Klassenkampf zwischen Individualismus pur und Gemeinschaft pur gewertet werden.

Ich denke, wie so oft liegt die optimale Lösung in der MItte, in einer Kombination von beidem.

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